
Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine berufliche KI-Weiterbildung absolvieren und dabei weiterhin Ihr reguläres Gehalt beziehen – während die Weiterbildungskosten je nach Förderkonstellation ganz oder teilweise übernommen werden. Das ist ein zentraler Ansatz der staatlichen Weiterbildungsförderung für Beschäftigte im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, zeigt in verschiedenen Untersuchungen, dass die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte trotz bestehender Fördermöglichkeiten bislang nur von einem vergleichsweise kleinen Teil der berechtigten Betriebe genutzt wird. Kruppe und Lang beschreiben einen „positiven Trend auf niedrigem Niveau“ – die Nutzung steigt zwar, bleibt aber insgesamt hinter dem möglichen Potenzial zurück IAB-Forum – Positiver Trend. Biermeier et al. führen dies unter anderem auf fehlende Bekanntheit der Programme, organisatorische Hürden sowie Unsicherheiten bei der Förderfähigkeit zurück IAB-Forum – Nutzungshürden.
Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) besteht seit 2019 und wurde in den folgenden Jahren mehrfach weiterentwickelt und an die Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst. Es richtet sich insbesondere an sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit weiterqualifizieren möchten BA – Weiterbildungsförderung. Im Unterschied zu Instrumenten für Arbeitssuchende steht hier die Weiterbildung im bestehenden Arbeitsverhältnis im Mittelpunkt.
Was ist das QCG – und warum ist es jetzt so relevant?
Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) ist ein Förderinstrument der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Sozialgesetzbuchs III. Es unterstützt die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses.
Gefördert werden Weiterbildungen, die zusätzliche berufliche Kompetenzen vermitteln und über reine kurzfristige Anpassungen im aktuellen Job hinausgehen. Je nach Unternehmensgröße und den jeweiligen Fördervoraussetzungen können dabei sowohl die Weiterbildungskosten ganz oder teilweise übernommen werden. Zusätzlich kann ein Arbeitsentgeltzuschuss für die Zeiten gewährt werden, in denen Beschäftigte während der Weiterbildung von ihrer Arbeit freigestellt sind (gesetze-im-internet.de).
Das Wichtigste auf einen Blick: Was fördert das QCG?
Das QCG fördert zwei Kostenpositionen gleichzeitig:
1. Lehrgangskosten: Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt je nach Unternehmensgröße einen erheblichen Teil – in manchen Fällen sogar bis zu 100 Prozent – der Kursgebühren direkt beim AZAV-zertifizierten Bildungsträger.
2. Arbeitsentgeltzuschuss: Wenn Beschäftigte während der Weiterbildung von der Arbeit freigestellt werden, erstattet die Agentur dem Arbeitgeber einen Teil des fortgezahlten Gehalts. Auch hier sind bis zu 75 Prozent möglich.
Wer bekommt wie viel? Die Förderstaffelung nach Betriebsgröße
Die Förderhöhe richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten im Unternehmen. Nach § 82 Absatz 4 SGB III gilt folgende Staffelung:

Hinweis: Das QCG ist eine Ermessensleistung nach § 82 SGB III, kein Rechtsanspruch. Die tatsächliche Bewilligung und Höhe entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Für eine detaillierte Einschätzung Ihrer persönlichen Förderquote empfehlen wir die kostenlose Beratung beim Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit.
Voraussetzungen: Wer ist berechtigt?
Voraussetzungen: Wer ist berechtigt?
Für eine Förderung über das QCG müssen grundsätzlich drei Bedingungen erfüllt sein:
Auf Seiten des Arbeitnehmers:
- Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (Minijobs sind ausgeschlossen)
- Die Förderung ist grundsätzlich unabhängig von Alter und Berufsabschluss möglich
Auf Seiten der Weiterbildung:
- Die Maßnahme findet bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger statt
- Die Weiterbildung umfasst mehr als 120 Unterrichts- bzw. Zeitstunden
- Es handelt sich nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtschulung des Arbeitgebers
Auf Seiten des Arbeitgebers:
- Der Antrag muss vor Beginn der Weiterbildung bei der zuständigen Agentur für Arbeit eingereicht werden – eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich
- Der Arbeitgeber stellt die Mitarbeitenden für die Weiterbildung frei und zahlt während dieser Zeit das Gehalt weiter
QCG vs. Bildungsgutschein: Der entscheidende Unterschied

Das Qualifizierungschancengesetz richtet sich vor allem an Beschäftigte, die sich innerhalb eines bestehenden Arbeitsverhältnisses weiterqualifizieren möchten. Der Bildungsgutschein wird dagegen überwiegend für Personen eingesetzt, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind.
Warum KI-Weiterbildungen im Fokus der Förderung stehen
Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes (QCG) die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten im Zuge des digitalen Wandels. Dazu zählen auch Qualifizierungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und digitale Prozessoptimierung, die in vielen Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Der Bedarf an entsprechenden Kompetenzen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Viele Unternehmen berichten von Herausforderungen, qualifizierte Fachkräfte für daten- und technologiebezogene Aufgaben zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die betriebliche Weiterbildung bestehender Mitarbeitender weiter an Bedeutung.
Schritt für Schritt: So läuft die QCG-Förderung ab
1. Passende Weiterbildung auswählen
Wählen Sie eine AZAV-zertifizierte Weiterbildung, die zu Ihrem konkreten Qualifizierungsbedarf passt und grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz erfüllt.
Besonders relevant ist dabei, dass die Weiterbildung so gestaltet ist, dass ein weiterbildungsbedingter Arbeitsausfall nachvollziehbar dokumentiert werden kann. Strukturierte Präsenz- oder Live-Online-Formate erleichtern diese Zuordnung in der Praxis häufig.
2. Abstimmung im Unternehmen
Der nächste Schritt erfolgt in der Regel im Austausch zwischen Beschäftigten und Arbeitgeber.
Der Arbeitgeber stellt den Antrag auf Förderung. Daher ist es wichtig, den konkreten Weiterbildungsbedarf, den Nutzen für das Unternehmen sowie die Fördermöglichkeiten frühzeitig gemeinsam zu klären.
3. Antragstellung bei der Agentur für Arbeit
Der Arbeitgeber reicht den Antrag vor Beginn der Weiterbildung beim zuständigen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit ein.
Die Agentur für Arbeit prüft die Fördervoraussetzungen und entscheidet über die Bewilligung. Sammelanträge für mehrere Beschäftigte sind dabei grundsätzlich möglich.
4. Bewilligung und Durchführung
Nach positiver Prüfung ergeht ein Bewilligungsbescheid.
Die Lehrgangskosten werden je nach Verfahren direkt an den Bildungsträger gezahlt oder dem Arbeitgeber erstattet. Zusätzlich kann der Arbeitgeber für Zeiten, in denen Beschäftigte aufgrund der Weiterbildung von ihrer Arbeitsleistung freigestellt sind, einen Arbeitsentgeltzuschuss (AEZ) erhalten.
Fazit: Strategischer Nutzen von Weiterbildung im Unternehmen
Das Qualifizierungschancengesetz ist ein zentrales Instrument zur Förderung der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten in Deutschland. Es unterstützt Unternehmen dabei, bestehende Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln und an veränderte Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen.
In vielen Unternehmen bestehen weiterhin ungenutzte Potenziale bei der Inanspruchnahme der Förderung. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Fördervoraussetzungen und der Weiterbildungsplanung kann die Umsetzung erleichtern.
Die fachlichen Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit stellen dabei insbesondere auf einen nachvollziehbar begründeten weiterbildungsbedingten Arbeitsausfall ab. Strukturierte Lernzeiten und eine rechtzeitige Antragstellung können die praktische Zuordnung und Dokumentation entsprechender Zeiten unterstützen.
Das KI-Weiterbildungszentrum ist AZAV-zertifiziert. Unsere Weiterbildungsangebote können – je nach individueller Voraussetzung – über das Qualifizierungschancengesetz, den Bildungsgutschein sowie die KOMPASS-Förderung für Solo-Selbstständige finanziert werden.
Wenn Sie erfahren möchten, welche Förderung in Ihrem konkreten Fall möglich ist und welche KI-Weiterbildung zu Ihrem Bedarf passt, stellen Sie jetzt Ihre unverbindliche Anfrage.

