Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit: Das sollten Sie sagen

Ein Grafik-Bild mit einem Foto eines Beratungsgesprächs zwischen zwei Frauen an einem Tisch. Die Überschrift lautet 'BERATUNGSGESPRÄCH BEI DER ARBEITSAGENTUR' (in Dunkelblau und Orange) und die Unterüberschrift 'Das sollten Sie sagen, um Ihren Bildungsgutschein zu sichern'. Im Foto sitzt eine lächelnde Frau in einem beigen Pullover einer Beraterin in einem Blazer gegenüber, die auf ein aufgeschlagenes Prospekt zeigt. Eine Kaffeetasse und ein Notizbuch liegen auf dem Holztisch. (KI-generiertes Bild)

Im Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit (umgangssprachlich auch Arbeitsagentur genannt) entscheidet sich, ob Sie einen Bildungsgutschein für Ihre Weiterbildung erhalten. Entscheidend ist, dass Sie Ihr berufliches Ziel konkret benennen, den Nutzen der gewünschten Weiterbildung für Ihre Vermittlungschancen belegen und einen AZAV-zertifizierten Bildungsträger vorweisen. Denn der Bildungsgutschein ist eine sogenannte Ermessensleistung: Ihr Sachbearbeiter oder Ihre Sachbearbeiterin entscheidet individuell, ob er bewilligt wird. Mit der richtigen Vorbereitung erhöhen Sie Ihre Chancen deutlich.

Warum das Beratungsgespräch über Ihre Förderung entscheidet

Ohne ein persönliches Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter erhalten Sie keinen Bildungsgutschein – das Gespräch ist zwingend vorgeschrieben. Seit dem 1. Januar 2025 entscheidet dabei einheitlich die Agentur für Arbeit über die Bewilligung, auch wenn Sie ursprünglich beim Jobcenter gemeldet sind.

Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensleistung. Das bedeutet: Selbst wenn Sie formal alle Voraussetzungen erfüllen, besteht kein Rechtsanspruch auf die Förderung (arbeitsagentur.de – Bildungsgutschein). Ihr Arbeitsvermittler oder Ihre Arbeitsvermittlerin wägt ab, ob die gewünschte Weiterbildung Ihre Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig verbessert und zu Ihrer bisherigen beruflichen Situation passt. Genau deshalb kommt es auf Ihre Argumentation im Gespräch an – nicht nur auf das Formular.

Für wen dieser Ratgeber gilt: Die folgenden Tipps richten sich an Arbeitsuchende, die einen Bildungsgutschein für Arbeitssuchende anstreben. Sind Sie bereits berufstätig, informieren Sie sich stattdessen über das Qualifizierungschancengesetz und sprechen mit Ihrem Arbeitgeber. Sind Sie solo-selbstständig, ist häufig die KOMPASS-Förderung der passende Weg.

So läuft das Beratungsgespräch ab

Das Beratungsgespräch findet persönlich oder telefonisch bei Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter statt. Einen Termin können Sie online über die Terminvereinbarung der Bundesagentur für Arbeit anfragen oder telefonisch vereinbaren.

Im Gespräch geht es um drei Punkte: Ihre aktuelle berufliche Situation, das Ziel Ihrer gewünschten Weiterbildung und die Frage, ob der von Ihnen ausgewählte Bildungsträger für die Maßnahme zugelassen ist. Am Ende erfahren Sie, ob die individuellen Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind. Ist das der Fall, stellt Ihnen die Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein aus – befristet, regional begrenzt und auf Ihr konkretes Bildungsziel zugeschnitten.

Checkliste: Diese Unterlagen sollten Sie mitbringen

  • Lückenloser, tabellarischer Lebenslauf
  • Kopien relevanter Zeugnisse und Qualifikationsnachweise
  • Informationen zum gewünschten Bildungsträger (Name, AZAV-Zulassung, Kursinhalt)
  • Belege für den Bedarf in Ihrer Zielbranche, z. B. aktuelle Stellenanzeigen
  • Ihre persönliche Begründung: Warum verbessert diese Weiterbildung Ihre Vermittlungschancen?

Das sollten Sie im Gespräch sagen – und was Sie besser vermeiden

Überzeugend ist, wer sein Ziel konkret benennt und den Nutzen der Weiterbildung für den Arbeitsmarkt begründet. Vage Wünsche oder ein bereits feststehender Kursname ohne Argumentation wirken dagegen unvorbereitet. Die folgende Übersicht zeigt, welche Formulierungen im Gespräch weiterhelfen und welche eher schaden.

Do’s & Don’ts im Beratungsgespräch

Das hilft Das schadet
„Ich möchte mich als [Zielberuf] qualifizieren, weil in meiner Branche entsprechende Kenntnisse gefragt sind.“ „Ich weiß noch nicht genau, was ich machen will, aber irgendeine Weiterbildung wäre gut.“
Konkreten, AZAV-zertifizierten Bildungsträger und Kursinhalt benennen Nur einen Kursnamen nennen, ohne Zulassung oder Inhalt erklären zu können
Bezug zum Arbeitsmarkt herstellen: „Stellenanzeigen in meiner Zielbranche verlangen zunehmend KI-Kenntnisse.“ Ausschließlich persönliches Interesse als Begründung nennen
Bei Einwänden sachlich nachfragen: „Welche konkreten offenen Stellen kämen für mich infrage?“ Bei einer Ablehnung sofort aufgeben, ohne nach den Gründen zu fragen
Offen ansprechen, wenn Sie sich noch orientieren Einen Kurs nur wählen, weil er „kostenlos“ klingt, ohne inhaltliches Interesse

Wenn die Agentur für Arbeit mit dem Vermittlungsvorrang argumentiert

Ein häufiger Einwand im Beratungsgespräch lautet, dass eine schnelle Vermittlung in eine offene Stelle Vorrang vor der Weiterbildung habe – der sogenannte Vermittlungsvorrang. Das bedeutet nicht automatisch eine Absage für Ihre Weiterbildung.

Fragen Sie in diesem Fall konkret nach: Welche offenen Stellen kämen für Sie tatsächlich infrage? Passen diese zu Ihrer Qualifikation? Ein pauschaler Verweis auf den Vermittlungsvorrang, ohne dass ein konkretes, passendes Stellenangebot vorliegt, ist kein ausreichendes Argument gegen Ihre Weiterbildung. Bleiben Sie sachlich und bitten Sie bei einer Ablehnung um eine schriftliche Begründung – diese benötigen Sie, falls Sie Widerspruch einlegen möchten.

Für wen sich das Beratungsgespräch aktuell nicht lohnt

Nicht jede Situation eignet sich für einen Bildungsgutschein. Wenn bereits ein konkretes, passendes Stellenangebot vorliegt, wird die Agentur für Arbeit in der Regel die direkte Vermittlung bevorzugen. Auch wer sich noch nicht auf ein berufliches Ziel festlegen kann oder einen Bildungsträger ohne AZAV-Zulassung gewählt hat, muss mit einer Ablehnung rechnen.

Trifft das auf Sie zu? Dann kann es sinnvoller sein, zunächst in einem kostenlosen Vorgespräch bei einem Bildungsträger Klarheit über Ihr Ziel zu gewinnen, bevor Sie den Termin bei der Agentur für Arbeit wahrnehmen.

Praxisbeispiel: So bereitete sich Nadine K. vor

Redaktioneller Hinweis: fiktives Beispiel – Name, Ort und Situation frei gewählt.

Nadine K., 39 Jahre, aus Hannover, hat eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement abgeschlossen und war zwölf Jahre als Sachbearbeiterin in der Verwaltung tätig. Zuletzt war sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt, das nach Ablauf der Vertragslaufzeit nicht verlängert wurde. Nun ist sie arbeitssuchend und möchte ihre Chancen auf einen dauerhaften Wiedereinstieg verbessern.

Vor ihrem Beratungstermin informierte sie sich deshalb über mögliche Weiterbildungen und setzte sich mit den Inhalten einer KI-Weiterbildung auseinander. Dabei überlegte sie, wie sie ihre langjährige kaufmännische Berufserfahrung mit zusätzlichen digitalen Kompetenzen verbinden und sich dadurch für weitere Tätigkeitsbereiche qualifizieren kann.

Im Gespräch konnte sie konkret erläutern, welche beruflichen Perspektiven sie anstrebt und warum die Weiterbildung dafür eine sinnvolle Ergänzung zu ihrer bisherigen Qualifikation darstellt. Ihre Sachbearbeiterin bewilligte den Bildungsgutschein.

Expertentipp

In der Beratungspraxis zeigt sich immer wieder: Nicht die Weiterbildung selbst ist für die meisten Interessierten die größte Hürde, sondern die Vorbereitung auf das Beratungsgespräch. Wer sein Ziel nur vage benennen kann, wird häufig zurückhaltend beschieden – wer es dagegen schriftlich zusammenfasst und mit konkreten Beispielen aus dem Berufsalltag untermauert, hinterlässt einen deutlich überzeugenderen Eindruck.

Unsere konkrete Empfehlung: Bringen Sie zum Beratungstermin nicht nur den Kursnamen, sondern eine kurze schriftliche Zusammenfassung mit, warum die Weiterbildung zu Ihrem Ziel passt. Das erleichtert Ihrem Sachbearbeiter oder Ihrer Sachbearbeiterin die Entscheidung.

Häufige Fragen zum Beratungsgespräch

Muss ich beim Beratungsgespräch schon einen festen Bildungsträger nennen?

Nein, ein erstes Beratungsgespräch können Sie auch ergebnisoffen beginnen. Für die Ausstellung des Bildungsgutscheins selbst benötigen Sie jedoch einen AZAV-zertifizierten Bildungsträger mit einem konkreten Kursangebot. Es empfiehlt sich daher, sich bereits vor dem Termin über passende Anbieter und deren Zulassung zu informieren – das zeigt Eigeninitiative und beschleunigt den weiteren Ablauf. Viele Bildungsträger, auch das KI-Weiterbildungszentrum, bieten dazu ein kostenloses Vorgespräch an, in dem Sie klären können, ob der Kursinhalt zu Ihrem Ziel passt, bevor Sie sich bei der Agentur für Arbeit festlegen.

Was passiert, wenn mein Bildungsgutschein abgelehnt wird?

Eine Ablehnung ist nicht endgültig. Bitten Sie um eine schriftliche Begründung und fragen Sie gezielt nach, welche Voraussetzungen aus Sicht Ihres Sachbearbeiters oder Ihrer Sachbearbeiterin noch fehlen. Häufig hilft es, die Argumentation zu konkretisieren – etwa mit zusätzlichen Nachweisen zum Bedarf am Arbeitsmarkt oder einem klarer begründeten beruflichen Ziel. Sie können außerdem einen neuen Termin vereinbaren oder, sofern ein schriftlicher Bescheid vorliegt, form- und fristgerecht Widerspruch einlegen. Das genaue Vorgehen und aktuelle Fristen erfahren Sie direkt bei Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter.

Was ist der Unterschied zwischen Jobcenter und Agentur für Arbeit beim Bildungsgutschein?

Ob Sie sich beim Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit melden, hängt von Ihrer Leistungsart ab. Die Entscheidung über den Bildungsgutschein selbst trifft inzwischen einheitlich die Agentur für Arbeit – unabhängig davon, ob Sie ursprünglich beim Jobcenter gemeldet sind. Das Jobcenter ermittelt in diesem Fall zunächst Ihren Weiterbildungsbedarf und leitet Sie an die zuständige Agentur für Arbeit weiter. Der Ablauf des Beratungsgesprächs und die Anforderungen an den Bildungsträger unterscheiden sich dabei nicht.

Warum lohnt sich gerade eine KI-Weiterbildung im Beratungsgespräch?

KI-Kompetenzen werden in immer mehr Berufsfeldern zur Voraussetzung – auch weil Unternehmen laut Art. 4 der EU-KI-Verordnung verpflichtet sind, die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern. Wenn Sie im Gespräch belegen können, dass in Ihrer Zielbranche entsprechende Kenntnisse gefragt sind, stärkt das Ihre Argumentation für den Bildungsgutschein. Prüfen Sie dazu aktuelle Stellenanzeigen aus Ihrer Region und Branche und bringen Sie diese als Beleg mit.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Förderberatung. Angaben zu Voraussetzungen und Abläufen sind Richtwerte und können sich ändern. Stand: August 2026.

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Sie möchten wissen, ob Ihre Weiterbildung über den Bildungsgutschein förderfähig ist? Als AZAV-zertifizierter und TÜV-zertifizierter Bildungsträger unterstützen wir Sie mit einer kostenlosen Erstberatung und einem Fördercheck in wenigen Klicks. Zum Bildungsgutschein für Arbeitssuchende oder direkt Kontakt aufnehmen.

Externe Quellen

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